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9. April 2015 Pressemitteilung, Linksfraktion im Bundestag, Homo- und Transphobie, Diskriminierungsschutz

Deutschland muss selbst ernannten Homo-Heilern endlich das Handwerk legen

Harald Petzold

"Konversionstherapien sind schwere Körperverletzungen und massive Eingriffe in die Grundrechte von Lesben, Schwulen und Transsexuellen. Wenn sowohl Krankenkassen als auch Ärztekammern nicht in der Lage oder gewillt sind, dem alchemistischem Treiben der selbsternannten Homo-Heiler ein Ende zu bereiten, muss dies schnellstmöglich gesetzlich untersagt werden“, erklärt Harald Petzold, queerpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des aktuellen Statements von US-Präsident Obama gegen diese Therapien. “Die Bundesregierung sollte dieses Zeichen erkennen und endlich zur Tat schreiten.“ Petzold weiter:
„Es handelt sich um schwerste Eingriffe in das sexuelle Selbstbestimmungsrecht, zumal wenn diese ‚Therapien‘ bei Kindern und Jugendlichen angewandt werden, sind massive Spätfolgen unabsehbar. Hier ist der Staat zum Schutz der Heranwachsenden zum Handeln gezwungen. Auch die Religionsgemeinschaften, insbesondere die Evangelische Kirche, stehen in der Verantwortung. Sie müssen sich zum sexuellen Selbstbestimmungsrecht bekennen und dürfen diese Menschenrechtsverletzungen nicht billigen.

Es ist ein Unding, dass Konversionstherapien weiterhin angewandt und sogar von den Krankenkassen abgerechnet werden, wie das Magazin ‚Kontraste‘ erst vorgestern enthüllt hat. Bereits 2014 hatten Abgeordnete der Linksfraktion in einer mündlichen Fragestunde des Bundestages die Anwendung von Konversationstherapien und die Abrechnung über Krankenkassen zum Thema gemacht. Die Bundesregierung bestätigte zwar, dass diese Therapien ‚gefährlich‘ seien, doch unternahm sie seither nichts, um dieses schändliche Treiben zu unterbinden. Der damalige Verweis der Bundesregierung auf die Regulationskräfte von Ärztekammern und Krankenkassen hat sich als Fehler erwiesen.“